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ETF-Sparplan: Mit 200 € im Monat Vermögen aufbauen

ETF-Sparpläne sind das einfachste Instrument zum langfristigen Vermögensaufbau. Was sie kosten, wie viel Du brauchst und was realistisch zu erwarten ist.

09. Mai 2026 ca. 5 Min. Lesezeit von Jonathan Scheele
ETF-Sparplan: Mit 200 € im Monat Vermögen aufbauen

Ein ETF-Sparplan ist heute das meistgenutzte Instrument zum privaten Vermögensaufbau in Deutschland. Und das aus gutem Grund: Die Kosten sind niedrig, der Aufwand minimal, und der langfristige Effekt ist enorm. Trotzdem stellen sich viele die gleichen Fragen: Was ist realistisch? Was kann schiefgehen? Und wie fange ich an?

Was ist ein ETF?

Ein Exchange Traded Fund (ETF) ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet – zum Beispiel den MSCI World (ca. 1.500 Unternehmen aus 23 Ländern) oder den DAX. Im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds braucht ein ETF keinen Fondsmanager, der Entscheidungen trifft. Er kauft einfach die Aktien im Index.

Das spart Kosten: Während aktive Fonds 1–2 % Jahresgebühr (TER) verlangen, kosten ETFs oft nur 0,1–0,2 % pro Jahr.

Der Cost-Averaging-Effekt

Beim Sparplan kaufst Du monatlich für einen festen Betrag ETF-Anteile – egal ob der Kurs gerade hoch oder niedrig ist. Das hat einen statistischen Vorteil: Bei niedrigeren Kursen bekommst Du mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. Über Zeit ergibt sich ein Durchschnittspreis, der typischerweise günstiger ist als ein einmaliger Kauf zum falschen Zeitpunkt.

Dieser Effekt heißt Cost-Averaging und ist der Hauptgrund, warum monatliche Sparpläne für Privatanleger besser funktionieren als das Warten auf den “richtigen Einstiegszeitpunkt”.

Realistische Renditeerwartungen

Die Rendite hängt vom gewählten Index ab. Historische Werte (nach Inflation, in EUR):

IndexHistorische Rendite (40 Jahre)
MSCI Worldca. 7–8 % p.a.
MSCI All Country World (ACWI)ca. 6,5–7,5 % p.a.
S&P 500 (USD, vor Währung)ca. 8–10 % p.a.
DAXca. 6–8 % p.a.

Für die eigene Planung: Nimm 5–6 % als konservative Schätzung. Das berücksichtigt schlechte Jahrzehnte (wie 2000–2010 mit “verlorenen 10 Jahren” am Aktienmarkt) und bleibt trotzdem realistisch.

Rechenbeispiel: 200 € monatlich, 20 Jahre, 7 % Rendite

  • Einzahlungen: 200 € × 12 × 20 = 48.000 €
  • Renditegewinn: ~78.000 €
  • Endkapital: ~126.000 €

Zum Vergleich: Auf einem Tagesgeldkonto mit 3 % Zinsen würden aus den gleichen 48.000 € Einzahlungen nur ca. 68.000 € werden – weniger als die Hälfte.

ETF-Sparplan-Rechner

Simuliere den Vermögensaufbau mit einem ETF-Sparplan – Endkapital, Zinsg…

Welcher ETF für den Einstieg?

Für die meisten Privatanleger sind diese drei ETFs ein solider Ausgangspunkt:

  1. iShares Core MSCI World UCITS ETF (IE00B4L5Y983) – 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern, TER 0,20 %
  2. Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (IE00B3RBWM25) – 3.700+ Unternehmen weltweit inkl. Emerging Markets, TER 0,22 %
  3. iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF – Emerging Markets als Ergänzung, TER 0,18 %

Hinweis: Das sind keine Anlageempfehlungen. Informiere Dich selbst und wähle einen ETF, der zu Deinen Zielen und Deiner Risikotoleranz passt.

Wo einen Sparplan einrichten?

Günstige Neobroker (Stand 2026):

  • Trade Republic: 0 € Sparplangebühr, 1 € Ordergebühr
  • Scalable Capital: 0 € im Prime-Abo, 0,99 € im Free Broker
  • ING: Kostenloses Depot, 0 € Sparplangebühr auf ausgewählte ETFs
  • Comdirect/Commerzbank: Breites Angebot, höhere Gebühren, dafür persönlicher Service

Steuer auf ETF-Gewinne

Seit 2018 gilt die Vorabpauschale: Thesaurierende ETFs müssen jährlich einen fiktiven Mindestgewinn versteuern – auch wenn Du nichts verkaufst. Das klingt nach Mehraufwand, ist in der Praxis aber minimal (der Broker berechnet es automatisch). Bei Verkauf werden Gewinne mit 25 % Abgeltungssteuer + Soli versteuert, abzüglich des Sparer-Pauschbetrags (1.000 € / 2.000 € bei Verheirateten).

Häufige Fragen

Kann ich auch mit 50 € pro Monat anfangen? Ja. Die meisten Broker bieten Sparpläne ab 25–50 € pro Monat an. Mehr ist besser, aber wenig ist besser als nichts. Mit 50 € und 30 Jahren kommen bei 7 % Rendite ca. 58.000 € zusammen.

Was passiert, wenn die Börse crasht? Bei einem Crash sinkt der Wert des Depots vorübergehend. Historisch hat der MSCI World alle größeren Crashs (2000, 2008, 2020, 2022) nach maximal 5–7 Jahren wieder aufgeholt. Wer einen Horizont von 15+ Jahren hat, sollte Crashs ignorieren – oder als günstige Kaufgelegenheit sehen.

Brauche ich einen Notgroschen, bevor ich investiere? Ja. Ein Notgroschen von 3–6 Monatsgehältern auf dem Tagesgeldkonto sollte vor dem ETF-Sparplan aufgebaut werden. Sonst besteht das Risiko, im Crash verkaufen zu müssen.

Jonathan Scheele

Social-Media-Agentur-Inhaber, Entwickler und Betreiber von stackero.de.